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Frohe Weihnachten!

Liebe Leser,
es muss befürchtet werden, dass bezüglich der Pandemie noch einiges auf uns zu kommt, wo wir doch vor einem Jahr geglaubt haben, dass die Sache sich mit der Verfügbarkeit von Impfstoffen bald erledigt haben würde.
Das bedeutet wie in allen anderen Bereichen auch für unsere Arbeit auf absehbare Zeit weiterhin Einschränkungen, weniger Kontakte, weniger Treffen, kaum Gemeinschaftsunternehmungen. Und in den Medien bekommt eine lautstarke Minderheit eine Aufmerksamkeit, die sie eigentlich nicht verdient. Wer sich nur daran orientiert, der kann wohl den Mut verlieren.    
Doch ich möchte hier lieber von einigen positiven Dingen erzählen, die mit unserer Arbeit als Flüchtlingshilfe zusammenhängen. So werden uns nach wie vor von vielen Leuten Sachspenden angeboten, Gespräche bei diesen Anlässen zeigen immer wieder, dass wohl die meisten Menschen im Papenteich unsere Arbeit positiv bewerten. Als Eva Leis zu Beginn der Pandemie eine Spendenaktion zugunsten der Gifhorner Tafel initiierte, kamen in kurzer Zeit insgesamt mehr als 12.000 Euro zusammen. Ein Rest von 720 € wurde in den letzten Wochen durch Lebensmittelkäufe verbraucht.
Das Weihnachtspostamt ist in diesem Jahr ebenfalls in einem Maße durch Spenden unterstützt worden, wie wir es nicht erwartet hatten. Auf einen Bericht in der November-Ausgabe der Papenteicher Nachrichten meldeten sich viele Papenteicher Bürgerinnen und Bürger, die Geschenke spenden wollten. In drei Fällen haben sie selbst das Geschenk besorgt und liebevoll eingepackt, in den meisten Fällen wurden Geldbeträge in unterschiedlicher Höhe gespendet. Am Ende kamen so viele Spenden zusammen, dass das gesamte Weihnachtspostamt dadurch finanziert werden konnte. Es geht dabei um 49 Kinder und Jugendliche, denen wir zu Weihnachten jeweils ein Geschenk im Wert von etwa 25 € überreichen konnten.
Für diese großzügige Unterstützung danken wir ganz herzlich Corinna W. und Daniel B., Fam. Seurig, Fam. Brüggemann, Fam. Müller, Fam. Jünemann, Fam. Zander, Fam. Plack, Fam. Nadjib, Fam. Wendland und anonymen Spendern.
Rodolphe hat die Prüfung bestanden!
2019 hatte Rodolphe K., der aus der Republik Elfenbeinküste geflohen war, eine Ausbildung zum Verkäufer bei EDEKA in Meine begonnen. Der praktische Teil dieser Ausbildung machte ihm dabei keine großen Probleme, wohl aber der theoretische Teil in der Berufsschule. Mit kaufmännischen Fachbegriffen hat man verständlicherweise größere Schwierigkeiten, wenn man die Sprache noch nicht beherrscht, das andere größere Problem waren fehlende Grundlagen in der Mathematik. Kaufleute müssen nun mal rechnen können und zum Beispiel mit der Prozentrechnung vertraut sein. Doch Rodolphe lernte sehr zielstrebig, machte erkennbare Fortschritte und schaffte im November die schriftliche Prüfung, nachdem er kurz vorher auch in der mündlichen erfolgreich war. Wir freuen uns sehr mit Rodolphe und gratulieren ihm ganz herzlich zu diesem Erfolg, den wir ein klein wenig auch als Erfolg unserer Integrationsbemühungen sehen.

Für das zweite Corona-Weihnachtsfest wünsche ich nun Allen im Namen des Vorstands friedliche und schöne Feiertage.
Achten Sie  auf die Corona-Regeln, aber denken Sie nicht immer an sie. Und bleiben Sie vor allem gesund!  

Heinrich Lagemann

Corona-Regeln mehrsprachig

3G, 2Gplus, 2G, Booster, Hospitalisierung … – Steigen Sie noch durch?
Wie verwirrend müssen die sich ständig ändernden Regeln für diejenigen sein, die unsere Sprache noch nicht beherrschen!
Eine Hilfe kann da ein Ratgeber der Bundesbeauftragten für Migration sein, er ist in vielen Sprachen verfasst und über den folgenden Link erreichbar:
Wissenswertes über Corona in vielen Sprachen

Ratgeber in Rechtsfragen

Das Juraforum ist eine Online-Angebot für alle Rechtsfragen. Für uns sehr hilfreich sind dabei die Rechtsthemen, die sich auf Geflüchtete und Flüchtlingshelfer beziehen:
Ratgeber rund um Flüchtlingshilfe
Über das Juraforum werden natürlich auch viele kostenpflichtige Dienste angeboten, man sollte also jeweils prüfen, welche Hilfe man in Anspruch nimmt.

Aktuell gesucht

Zurzeit suchen wir:
– Einen Esstisch
– Haushaltswaren (Geschirr, Töpfe und Pfannen, Besteck)
– Küchenmaschinen
– Staubsauger und andere elektrische Kleingeräte (ausreichend vorhanden sind Kaffeemaschinen, Toaster und Brotmaschinen)
– Jungen-Bekleidung ab Größe 122

Wechsel im Vereinsvorstand

Bei den Vorstandswahlen während der Jahreshauptversammlung 2021 am 23. September trat Eva Leis aus persönlichen Gründen leider nicht wieder für den Vorsitz an. Sie hatte dies vorher angekündigt, was von allen sehr bedauert wurde, denn Eva hat sich von Beginn an, also seit mehr als 5 Jahren, im besonderen Maße engagiert und durch ihre Ideen und ihre Tatkraft unsere Arbeit und unseren Erfolg entscheidend geprägt. Als im April 2017 die Flüchtlingshilfe zu einem eingetragenen Verein wurde, war es für alle klar, dass sie den Vorsitz übernehmen sollte.
Auf eigenen Wunsch möchte sie nun aus der ersten Reihe zurücktreten, hat aber versprochen, weiterhin mit Rat und Tat dabei zu bleiben. Als neuer 1. Vorsitzender wurde Heinrich Lagemann gewählt, der ebenfalls von Anfang an dabei ist und zu den Gründungsmitgliedern des Vereins gehört. Die anderen Vorstandsmitglieder wurden ohne Gegenstimmen wiedergewählt.  

von links: Wolfgang Stindl (Kassenwart), Dorothea Winter (2. Vorsitzende), Eva Leis,
Heinrich Lagemann; auf dem Foto fehlt Martina Behrens (Schriftführerin)



Kreis Gifhorn erwartet weitere Flüchtlinge.

Wir haben alle in den Medien die Evakuierung aus Kabul verfolgt. Darunter waren viele Afghaninnen und Afghanen, die um ihr Leben fürchten mussten und nun bei uns und in anderen Ländern Schutz suchen, möglicherweise auch im Kreis Gifhorn.
Die Aufenthaltsberechtigungen in Deutschland für diese Personen sind unterschiedlich, je nachdem, ob es sich um sogenannte “Ortskräfte” handelt oder nicht.
In diesem Zusammenhang warnt die Hilfsorganisation PRO ASYL davor, dass diejenigen, die nicht als “Ortskräfte” gelten, vorschnell einen Asylantrag stellen:

Es ist zwar richtig, dass das in diesen Fällen erteilte Visum nach § 22 AufenthG zunächst nur für 90 Tage gültig ist – ein Grund zur Eile oder gar einer überstürzten Asylantragstellung besteht jedoch nicht, im Gegenteil. Denn bei einer Aufnahme aus dem Ausland im Rahmen des § 22 AufenthG ist bereits vor der Visumserteilung eine besondere Schutzbedürftigkeit der Betroffenen festgestellt worden. Ergo ist in der Regel davon auszugehen, dass Personen, die ein Visum nach § 22 AufenthG erhalten haben, im Anschluss auch eine Aufenthaltserlaubnis nach § 22 AufenthG erhalten sollten.

Schließlich geht es sowohl bei der Visaerteilung als auch bei Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis um die gleichen tatbestandlichen Voraussetzungen. Evakuierte sollten sich also zunächst innerhalb des Gültigkeitszeitraums des Visums an die für sie zuständige Ausländerbehörde richten und dort einen Antrag auf Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis nach § 22 AufenthG stellen. Sollte dieser Antrag abgelehnt werden, kann – nach Prüfung der Rechtmäßigkeit einer solchen Entscheidung – immer noch ein Asylantrag gestellt werden.

ASYLANTRÄGE FÜHREN ZUM ERLÖSCHEN DES ERTEILTEN VISUMS – BEI UNGEWISSEN ERFOLGSAUSSICHTEN

Hinzu kommt: Im Falle einer Asylantragstellung erlischt das nach § 22 AufenthG erteilte Visum gemäß § 55 Abs. 2 AsylG. Wurde bereits eine Aufenthaltserlaubnis erteilt, so erlischt auch diese im Falle der Stellung eines Asylantrags nach § 51 Abs. 1 Nr. 8 AufenthG.

Quelle: https://www.proasyl.de/news/achtung-nach-evakuierung-aus-afghanistan-keinen-uebereilten-asylantrag-stellen/

Informationen dazu auch im von der Bundesregierung geförderten
Handbook Germany

Im Zusammenhang mit diesem Thema berichtet die Allerzeitung vom 15.09.21 über die gegenwärtige Situation im Landkreis. Wortgleich ist dieser Bericht bereits bei AZ/WAZ Online am 13.09.21 erschienen:

Afghanistan: Petition für die Familienzusammenführung

Worum geht es? Wir alle waren Zeugen der dramatischen Vorgänge in Kabul. Viele Afghaninnen und Afghanen müssen um ihr Leben fürchten, weil sie mit ausländischen Militärs oder Hilfsorganisationen zusammengearbeitet haben oder sich für Demokratie, freie Presse oder Frauenrechte eingesetzt haben.
Frau Leinemann von der Stabsstelle Integration des Landkreises hat uns nun auf eine Petition aufmerksam gemacht, die vom Verband binationaler Familien und Partnerschaften initiiert wurde.
Es geht darum, dass durch die zu späte und unvollständige Evakuierung von “Ortskräften” und anderen gefährdeten Menschen aus Afghanistan oft Familien auseinander gerissen wurden.
Durch die Petition soll erreicht werden, dass alles getan wird, um möglichst vielen betroffenen Menschen auch nach Ende der Luftbrücke noch die Ausreise aus Afghanistan zu ermöglichen und Familien wieder zusammenzuführen.
Zur Petition: Hier klicken!

Flüchtling mit hervorragender Leistung bei der Ausbildung!

Wie die Aller-Zeitung am Samstag, den 14.08.21 berichtet, hat Souleymane Ballo, ein 28-jähriger Flüchtling aus der Republik Elfenbeinküste in Gifhorn so erfolgreich seine Ausbildung zum Glaser absolviert, dass er sie jetzt niedersachenweit mit den besten Noten abschließen konnte.
Auch bei uns im Papenteich gibt es einen jungen Mann von der Elfenbeinküste, der sich in einer Ausbildung befindet. Den mündlichen Teil der Abschlussprüfung zum Verkäufer hat er am 2. Juli bereits bestanden.

Zum Bericht der Allerzeitung:

Weltflüchtlingstag am 20. Juni 2021 – Das Projekt 21.000

Etwa 21.000 Menschen sind seit 2014 bei der Flucht über das Mittelmeer ertrunken.

Jährlich am 20. Juni findet seit 2001 weltweit ein Gedenktag für Flüchtlinge statt, also nun seit 20 Jahren. Menschen, die wegen Verfolgung, Krieg oder wirtschaftlicher Not ihre Heimat verlassen mussten, gab es auch vorher schon, zum Beispiel im 2. Weltkrieg und kurz danach. Und es gibt sie nach wie vor, gegenwärtig weltweit laut UNHCR rund 80 Millionen mit wachsender Tendenz. Eine große Zahl, die man sich nur schwer vorstellen kann. Doch 80 Millionen, das sind annähernd so viele Menschen, wie in Deutschland leben. Es sind 80 Millionen Einzelschicksale, es ist rund 1 Prozent der Weltbevölkerung. Mehr als die Hälfte davon sind Binnenflüchtlinge, das heißt, sie leben noch in ihrem Land, jedoch in einer anderen Region. Sie alle verbindet, dass sie in der Regel dort, wohin ihre Flucht sie gebracht hat, nicht willkommen sind. Aber viele kommen gar nicht erst dort an, wo sie sich ein Leben in Sicherheit erhofft haben. Und damit bin ich bei der Zahl 21.000. Denn auf der Überfahrt über das Mittelmeer sind seit 2014 mehr als 21.000 Menschen ertrunken, davon allein 2016 mehr als 5000. In jedem einzelnen Fall ein schreckliches Einzelschicksal.
Um dieser vielen Toten zu gedenken, hatte die Flüchtlingshilfe Papenteich beschlossen, sich in diesem Jahr dem Projekt 21.000 anzuschließen. Wir haben im Rahmen dieses Projektes am Abend des 20. Juni die Zahl 21.000 mit brennenden Teelichten dargestellt. Auch wenn diese vielen Menschen für uns anonym sind, so wollen wir sie nicht ganz vergessen!

FAIRANKERN – 2. Runde

Durch die nun schon seit mehr als einem Jahr andauernde Corona-Pandemie sind die Sorgen und Nöte von geflüchteten Menschen völlig aus dem Blickfeld geraten. Wer denkt zurzeit noch an die menschenunwürdigen Zustände im Lager Moria auf Lesbos, welchen Stellenwert in der öffentlichen Wahrnehmung haben gegenwärtig im Mittelmeer ertrunkene Menschen? So starben am 23.04. vor Libyen rund 120 Menschen, als ein Schlauchboot kenterte. Doch in beiden Gifhorner Zeitungen wurde dieses Drama mit keiner Zeile erwähnt.

Die im Kreis Gifhorn aktive Initiative „Sicherer Hafen Gifhorn“ hat zum Ziel, diesen Menschen zu helfen, ihnen eine Zuflucht zu bieten. Zu diesem Zweck wurde das Label „FAIRANKERN“ entwickelt, mit dem Organisationen, Firmen und Kommunen ausgezeichnet werden, die Flüchtlingen helfen, sie integrieren und ihnen Jobs und Perspektiven geben.
Das Label ist ein sichtbares Zeichen für die vielen kleineren und größeren „Sicheren Häfen“, die es mittlerweile für Geflüchtete im Landkreis Gifhorn gibt. Es stellt ein Gegengewicht zu Fremdenfeindlichkeit und Hass dar.
Inzwischen gibt es weitere Unterstützung durch Institutionen und Kommunen, die kürzlich in einer 2. Auszeichnungsrunde gewürdigt wurden. Neben der Stadt Gifhorn hatte sich im Februar auch die Stadt Wittingen per Ratsbeschluss zum Sicheren Hafen erklärt, ihr wurde dafür am 24.04.21 in Wittingen im Rahmen eines Pressetermins das FAIRANKERN-Label offiziell überreicht.
Ebenfalls in dieser 2. Auszeichnungsrunde dabei sind aber auch wieder Firmen, Institutionen und Personen aus dem Papenteich:
Die katholische Kirchengemeinde St. Andreas aus Meine hat über Jahre zum Café der Begegnung in ihren Räumen eingeladen, das Kernteam der Flüchtlingshilfe konnte seine Sitzungen dort durchführen. Und seit rund 5 Jahren vermietet die Kirchengemeinde Wohnraum an eine syrische Familie.

Eva Leis überreicht das Label an Andreas Galla von der Gemeinde St. Andreas. Katharina und Norbert Kroll freuen sich mit.

Die Firma EDEKA Ankermann in Meine beschäftigt allein 8 Geflüchtete und macht sich auf diese Weise besonders um die Integration dieser Menschen verdient. Dieses Beispiel zeigt auch, dass die Flüchtlinge durch eigene Arbeit selbst ihren Lebensunterhalt verdienen wollen und können, wenn man sie lässt. Sie arbeiten und zahlen Steuern oft in Jobs, in denen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dringend gesucht werden.

Martina Behrens überreicht dem Marktleiter Herrn Schäfer das Label.

Die Bürgermeisterin Doris Pölig kümmert sich ebenfalls vorbildlich um geflüchtete Menschen in ihrer Gemeinde Adenbüttel. Sie besucht Neuankömmlinge persönlich und organisiert ganz gezielt alle erforderlichen Hilfsmaßnahmen gemeinsam mit Adenbütteler Bürgerinnen und Bürgern.  Außerdem stellte die Gemeinde ihre Räumlichkeiten für die Einstufung zu Deutschkursen zur Verfügung und half der Flüchtlingshilfe, Deutschkurse der Volkshochschule im Ort zu realisieren. Mit der Überreichung des Labels an Frau Pölig soll daher auch die ganze Gemeinde Adenbüttel ausgezeichnet werden.

Eva Leis mit der Adenbütteler Bürgermeisterin Doris Pölig

Die Flüchtlingshilfe Papenteich ist Mitglied der Initiative „Sicherer Hafen Gifhorn“ und trägt gleichzeitig selbst das Label „FAIRANKERN“. Wir freuen uns über die neuen „sicheren Häfen“ und laden gleichzeitig dazu ein, bei uns als „Hafenarbeiter“ mitzumachen.